Biergeschichte unseres Ortes
Brautradition
Bischofsgrün.
Seit 1729 wird in Bischofsgrün Biergeschichte geschrieben. Sie erzählt vom Kommunbrauhaus am Hüttenweiher, von der Kaiserbräu und von Menschen, die das Brauen wieder in die eigenen Hände nehmen.
Die Geschichte entdecken
1729
Das Kommunbrauhaus
am Hüttenweiher.
Wer in Bischofsgrün Bier brauen wollte, musste früher nach Gefrees oder Berneck. Braugeräte und Zutaten mussten mit auf den Weg, dort war Kesselgeld zu bezahlen. Gerade im Winter war das eine beschwerliche Angelegenheit.
Mit dem eigenen Braurecht änderte sich das. 1729 nahm das Kommunbrauhaus am Hüttenweiher seinen Betrieb auf. Als erster Braumeister wirkte Johann Michael Kaiser aus Wohnsgehaig. Das Bier lagerte in den Kellern an der Kellergasse.
Wasser fürs Bier.
Das Brauwasser kam zunächst aus dem Hüttenweiher, den unter anderem das Poppo-Bächlein speiste. Die Wasserqualität gab immer wieder Anlass zur Klage. Später brachte eine hölzerne Wasserleitung besseres Wasser zum Brauhaus. 1906 ersetzte man sie durch ein Eisenrohr.
1898 / 1899
Die Kaiserbräu
entsteht.
1898 bauten die Brüder Leonhard und Fritz Kaiser auf der Illerswiese einen Eiskeller. Im Jahr darauf begann der Bierausstoß im neuen Sudhaus an der Jägerstraße. Die Kaiserbräu braute zunächst parallel zum alten Kommunbrauhaus.
1919 endete das Brauen im Kommunbrauhaus. Das Gebäude diente später anderen Zwecken und wurde 1978 abgerissen. Die Kaiserbräu dagegen wuchs weiter: 1924 entstand das Brauereigebäude mit Sudhaus, Tankkeller und Flaschenabfüllung.
1974
Das Ende
einer Brauerei.
Ende der 1960er-Jahre lag der Ausstoß bei über 10.000 Hektolitern. Bischofsgrüner Bier fand seinen Weg sogar bis nach Köln. Trotzdem endete dieses Kapitel am 12. Juli 1974 mit dem Verkauf der Kaiserbräu.
Geblieben sind die Erinnerungen im Ort, die alten Gebäude und viele Sammlerstücke. Etiketten, Gläser und Werbeanzeigen erzählen noch heute von der Bischofsgrüner Kaiserbräu.
2022 / 2023
Wir brauen
wieder selbst.
Ein Geburtstagsgeschenk brachte den Stein ins Rollen: ein Braukurs in Weißenstadt am 22. Oktober 2022. Noch am selben Abend stand für uns fest, dass wir es zu Hause selbst versuchen wollten.
Am 5. November 2022 folgte unser erster Sud in einem Bischofsgrüner Keller. Nur der passende Name fehlte noch.
Bei der Morgentoilette mit Blick auf den Ochsenkopf fiel einem unserer Mitglieder der Name dann wie Schuppen von den Augen: Ochsenhopf.
Fast gleichzeitig hatte ein anderes Mitglied das Bild dazu im Kopf: den Ochsenkopf zusammen mit einer Hopfendolde. Name und Idee passten – und blieben.
Aus der gemeinsamen Begeisterung fürs Brauen entstand schließlich am 24. August 2023 der Verein Home Brewery Ochsenhopf e.V. mit zehn Gründungsmitgliedern.
Wir möchten das handwerkliche Hausbrauen in Bischofsgrün lebendig halten und die Biergeschichte unseres Ortes weiterschreiben.
Unseren Verein kennenlernenQuellen & Bildnachweise
Danke an den
FGV Bischofsgrün.
Wir bedanken uns herzlich beim Fichtelgebirgsverein, Ortsgruppe Bischofsgrün, für die Erlaubnis, Bilder aus dem „Ochsenkopf-Blick“ auf unserer Website verwenden zu dürfen. Seine Arbeit bewahrt die Geschichte unseres Ortes und macht diesen Rückblick möglich.
Historische Abbildungen aus den Veröffentlichungen des FGV Bischofsgrün, darunter „Ochsenkopf-Blick“ und Historischer Ortsrundgang. Foto des alten Brauhauses: Dr. Wolfram Schott, um 1975. Aufnahmen von Kaisersweiher und Kaiserbräu: Archiv FGV Bischofsgrün. Die abgebildete historische Anzeige erschien 1952 im „Siebenstern“.
Grundlagen dieses Rückblicks sind der Historische Ortsrundgang des FGV Bischofsgrün, die Beiträge zum Hüttenweiher im „Ochsenkopf-Blick“ vom Oktober 2010 und von Karl-Herbert Meisel zu den Anfängen der Kaiserbräu vom April 2022 sowie unsere Präsentation und Rede zur Vereinsgründung am 24. August 2023.